Training einmal anders
Snowboardteam Kärnten Mediatraining Dr. Seifried

Training einmal anders

Medientraining für unser Snowboardteam Kärnten

 

2016 wurde die Sportförderung „Snowboardteam Kärnten“ ins Leben gerufen, bei der Dank Unterstützung der Kärntner Sparkasse, dem Land Kärnten und der Kelag, Spitzensportler und Nachwuchstalente im Snowboardsport gefördert werden.
Auf Initiative der Kärntner Sparkasse gab es für´s „Snowboardteam Kärnten“ im August statt Ausdauer- und Kraft- einmal ein ganz anderes Training: Einen Workshop mit Medientrainer und Auftrittscoach Dr. Gerhard Seifried.

 

Dr. Gerhard Seifried hat jahrelange Erfahrung als ORF-Journalist und Bürgermeister und ist Profi in Sachen „Auftritt in der Öffentlichkeit, Umgang mit Journalisten und Medien und dem sicheren präsentieren vor der Kamera“.
Für unser Kärntner Sparkasse e-Magazin haben wir den Medientrainer zu einem kurzen Interview gebeten:

 

Was macht ein Medientrainer genau, was ist das Ziel eines Medientrainings und wie sieht so ein Training aus?

Ich mache meine Kunden fit für die Medien oder für einen speziellen Auftritt. Das Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Man soll mit einem guten Gefühl und einer gewissen Gelassenheit in ein Interview, in einen Journalistentermin oder auch auf die Bühne gehen können. Die Art des Trainings hängt vom Kunden und von der Aufgabenstellung ab. Videoanalyse ist ein Muss, denn genau so wird man von anderen gesehen oder gehört.

 

Was ist das erste, das man bei Ihnen im Medientraining lernt?

Journalisten sind Menschen wie Du und ich – man sollte sie respektieren und jeden Kontakt als Chance verstehen, seine Botschaft zu platzieren. Und: Gesagt ist gesagt! „Häuptling Schnelle Zunge“ kann sich im Gespräch mit Journalisten rasch die Zunge verbrennen. Also: Erst denken, dann reden.

 

Wie sind Sie drauf gekommen Medientrainer zu werden? Haben Sie zu viele schlechte Interviews gesehen, oder wollen Sie einfach Wissen weitergeben?

Wenn man viele Jahre als ORF-Journalist gearbeitet (also berichtet hat), und ebenso lang Bürgermeister war (über den berichtet wurde), dann kennt man „beide Seiten des Zauns“. Es macht mir Freude, dieses Wissen weiter zu geben und meinen Kunden zu vermitteln, wie Journalisten ticken und wie man eine gute Kooperationsbasis finden kann.

 

Übung macht ja bekanntlich den Meister. Wie viele Trainings benötigt man, dass man Journalistenfragen gewappnet ist? Kann man Journalistenfragen überhaupt je gewappnet sein/ kann man den Umgang mit Journalisten lernen oder muss man per se schon eine schlagfertige Person sein?

Die gute Nachricht ist: Wir reden nicht von einer Raketenwissenschaft. Es gibt einige Regeln, die man kennen und beherzigen soll. Zum Beispiel: Man muss nicht alles sagen, was wahr ist. Aber alles, was man sagt, muss wahr sein. Und ja: Je öfter man etwas macht, desto sicherer wird man.

 

Gibt es so etwas wie einen Fahrplan für das perfekte Interview?

Das ist wie mit dem „perfekten Tag“, der sieht für jeden anders aus. Das perfekte Interview kann kurz sein oder lang, nachdenklich oder urkomisch, topaktuell oder über den Tag hinaus, egal ob mit einem Bildhauer, einer Top-Managerin oder einem Landwirt, egal in welcher Art von Medium – es muss den Leser oder den Seher berühren, etwas auslösen. Mein früherer Kollege Armin Wolf ist der Meister des spritzigen Interviews.

 

Nach Bewerben müssen Sportler oft spontan einen O-Ton zu Ihrer Leistung abgeben. Was ist das „Um und Auf“ eines Live-Interviews in Stress-Situationen?

Das ist ein Geschenk für die Zuschauer, weil sie Emotionen sehen. Sportler können fast nichts falsch machen, wenn sie sich selbst treu bleiben: Den Erfolg auskosten und das Publikum teilhaben lassen. Wenn’s nicht so gelaufen ist: Eingestehen, abhaken, auf zum nächsten Ziel.  

 

Wie bleibt man locker und authentisch auch bei unangenehmen Fragen?

Indem man möglichst gut vorbereitet ist – dazu gehört, dass man „unangenehme“ Fragen erahnt, vorher durchspielt, sodass die Antwort sitzt und auch Mimik und Körpersprache dies ausstrahlen. Blickkontakt halten, ein angemessenes Lächeln, das Leben geht weiter!

 

Worauf kommt es bei der Arbeit vor der Kamera an?

  • Zu wissen, dass Zuseher sich viel eher an die schief sitzende Krawatte, an die Frisur, an die auffällige Uhr, an Gesichtsausdruck oder Stimme erinnern als an das, was man gesagt hat.
  • Sprich eher einen Tick langsamer als schneller.
  • KISS: Keep it short and simple, in der Kürze liegt die Würze.

 

Ein Tipp, den sie einem völligen Neuling auf diesem Gebiet mitgeben würden?

Atme tief durch, denk an etwas Angenehmes, und verhalte Dich wie im „normalen Leben“. Erzähle so, wie Du es Deinem besten Freund erzählen würdest. Und zieh Dir nichts Kleinkariertes oder Feingestreiftes an, weil das flimmert im TV.

 

Vielen Dank!

Mehr Informationen über Medientrainer und Auftrittscoach Dr. Gerhard Seifried unter: www.gerhardseifried.at

 

 

/ 24.08.2017
Ines Kriegl 
Allgemein
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1
Theuermann D. am 28.08.2017
Danke Ines für den schnellen aktuellen Bericht.
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