Sparkassenstudie – Pflegelücke in Kärnten

von Kaerntner Sparkasse
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Sparkassen-Studie zur privaten Vorsorge vor dem Hintergrund sinkender Sozialleistungen

65 Prozent in Kärnten überzeugt: Lebensstandard sinkt ohne private Vorsorge

  • 9 von 10 Befragten orten starke Veränderung bei Ansprüchen künftiger Pensionisten
  • Lediglich jeder Zweite glaubt an eine gesetzliche Rente in der heutigen Form
  • 71 Prozent halten eine private Pflegeversicherung für unabdingbar
  • Monatliche Lücke: 1.606 Euro fehlen jedem Befragten in Kärnten für Pflege

Die Erkenntnis, dass private Vorsorgemaßnahmen aufgrund sinkender Sozialleistungen essentiell sind, ist – laut vorliegender IMAS-Studie im Auftrag von s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen – bei 93 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner bereits fest im Bewusstsein verankert. Und das speziell vor dem Hintergrund sich stark verändernder Lebensvorstellungen der zukünftigen Pensionisten-Generationen darüber, was ihnen später in ihrer Pension einmal wichtig sein wird. Die stärksten Veränderungen zu früheren Pensionisten-Generationen sehen die Befragten in Kärnten in einer verstärkten aktiven Gesundheitsvorsorge (74 Prozent), im Wunsch nach ausgedehnten Reisen und sich dabei die Welt anzusehen (73 Prozent) sowie die neue Freizeit intensiv zu nutzen (71 Prozent). 

Lebensstandard: Gesetzliche Rente kein Garant mehr

Wer im Alter aktiv sein möchte, benötigt dazu die entsprechenden finanziellen Mittel. „Haben sich Eltern- und Großeltern dabei noch auf den Staat verlassen können, sieht das für zukünftige Pensionisten-Generationen nicht mehr so rosig aus: Nur jeder zweite Befragte glaubt nämlich, dass es die staatliche Pension in der heutigen Form bei eigenem Pensionsantritt noch geben wird“, so Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung. Ein Halten des gewohnten Lebensstandards, alleine mit der staatlichen Pension, bezweifeln knapp zwei Drittel der Befragten in Kärnten (65 Prozent) völlig.

Demzufolge meinen beinahe alle Pensionsskeptiker in Kärnten (95 Prozent), dass einerseits das Pensionsantrittsalter deutlich steigen wird und sie demzufolge mehr privat vorsorgen werden müssen; 86 Prozent glauben, dass die staatlichen Pensionen weiter gekürzt werden und 82 Prozent, dass die Pensionsbeitragszahlungen erhöht werden. Immerhin 43 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es für sie einmal überhaupt keine staatliche Pension mehr geben wird. Übrigens: Aktuell wenden die Österreicher laut Studie monatlich im Durchschnitt 120 Euro für die eigene private Pensions- und Gesundheitsvorsorge auf.

Lebensträume angehender Pensionisten

Wenig überraschend gestalten sich die Lebensziele für das eigene Alter. „So ist eine gute Gesundheit für fast alle Kärntner (97 Prozent) die klare Nummer 1 auf ihrer Wunschliste fürs eigene Alter – gefolgt von der Hoffnung, später einmal finanziell abgesichert zu sein und sich über Geld keine Sorgen machen zu müssen (89 Prozent)“, weiß Gabriele Semmelrock-Werzer, Vorstandsdirektorin der Kärntner Sparkasse. Auf Platz 3 und 4 der Befragten in Kärnten, mit jeweils 79 Prozent, folgen der Wunsch, im Alter nicht einsam zu sein und regelmäßig Kontakt zu anderen Menschen zu haben sowie später einmal eine ausreichend hohe Pension zu beziehen und damit möglichst lange selbstbestimmt zu leben.

Pflegekosten als Damokles-Schwert

Der erfreuliche Umstand, dass wir alle immer älter werden, hat leider auch eine Kehrseite: Diesen Zugewinn an Lebensjahren können nicht alle bei bester Gesundheit und ohne fremde Hilfe genießen. Demnach sind 71 Prozent der Kärntner der festen Überzeugung, dass auch der rechtzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung unabdingbar ist, um später selbst darüber entscheiden zu können, wie man betreut bzw. gepflegt werden möchte. Auf die Frage, wie hoch die Menschen die finanzielle Lücke zwischen den zukünftigen Pflegekosten und den staatlichen Pflegeleistungen einschätzen, wird in Kärnten ein Betrag von durchschnittlich 1.606 Euro im Monat genannt. „Ein durchaus realistischer Wert, wenn man sich die Berechnungen von Hilfsorganisationen ansieht, wonach ein Platz im Pflegeheim – je nach Pflegebedarf und Ausstattung – mit bis zu 6.000 Euro und die monatlichen Kosten für die Pflege zu Hause mit 3.500 Euro bis 4.500 Euro zu beziffern sind“, so Bartalszky. Dem gegenüber beläuft sich die durchschnittliche Alterspension in Österreich auf 890 Euro für Frauen (1.480 Euro Männer) und das mediane Pflegegeld auf rund 470 Euro.

Betreuung und Pflege am liebsten zu Hause

Befragt danach, wie sich die unterschiedlichen Pflegeangebote künftig entwickeln werden, meinen über acht von zehn Kärntnern (88 Prozent), dass die Betreuung durch mobile Pflegekräfte im eigenen Zuhause am stärksten an Bedeutung gewinnen wird. Gefolgt von der 24-Stunden-Betreuung durch eine externe Pflegekraft in den eigenen vier Wänden (70 Prozent) und auf Platz 3 – mit immerhin 51 Prozent – sollen Pflege- und Altenheime an Bedeutung zulegen. Überraschend: Völlig abgeschlagen, mit lediglich 10 Prozent, sehen die Befragten die künftige Bedeutung der Pflege durch Familienangehörige. Geht es allerdings danach, welche Betreuungsform man sich selbst einmal wünscht, führt die Pflege durch die Familie unmittelbar gefolgt von den mobilen Pflegekräften sowie der Betreuung in einem Pflege- und Altenheim.


Zur Studie: s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung zum Thema „Die neue Pensionisten-Generation“. Ende 2019 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zu finanziellen Vorsorgethemen, die Entwicklung der Wünsche und Vorstellungen zukünftiger Pensionisten-Generationen sowie zum Zukunftsthema Pflege. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren.

BU: Sparkasse-Marketingleiter Prok. Diethard Theuermann, Mag. Rudolf Köberl (Bereichsleiter Privatkunden Kärntner Sparkasse), Vorstandsdirektor Manfred Bartalszky und Landesdirektor Herbert Printschitz (Wiener Städtische Team s Versicherung), Sparkasse-Vorstandsdirektorin Gabriele Semmelrock-Werzer und Studienautor DDr. Paul Eiselsberg (IMAS)

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